
Hochspannung vor der letzten Runde: Bayern und Württemberg führten mit 7-1 Punkten vor Nordrhein-Westfalen und Hessen mit jeweils 6-2 Punkten. An den ersten beiden Tischen trafen die 4 Topmannschaften direkt aufeinander: Bayern-NRW und Württemberg-Hessen. Damit ging es gegen das Heimatbundesland des Autors.
Bei Punktgleichheit würde zunächst die Buchholzwertung entscheiden und erst danach die Brettpunkte, daher waren Rechenspiele sehr schwierig.

Von Anfang an herrschte Hochspannung. Zunächst sah alles nach einem ungefährdeten hessischen Sieg aus: Miera Kierzek gewann gegen Jana Zpevakova, die keinen Zugriff auf ihre Stellung bekam, und Michelle Vivianne Frank gegen Marina Heil, die ihre Bauern am Königsflügel zu optimistisch nach vorne schob. Remis endete die Partie zwischen Hannelore Gheng und Nicol Zahn, nachdem die Partie bis ins Turmendspiel Bauer gegen Bauer ausgekämpft worden war. Franziska Fröhlich erreichte gegen Helene Flach ein Remis, das Württemberg wieder ins Spiel brachte. Sie hatte aus guter Stellung den falschen Plan gewählt und dann noch eine Qualität eingestellt und hatte schon an Aufgabe gedacht, nachdem sie sah, dass ihre Gegnerin eine weitere Figur gewinnen konnte. Doch diese sah den Figurengewinn nicht und bot kurz danach remis an, da ihre Türme das gegnerische Läuferpaar nicht im Schach halten konnte.

Karina Ambartsumova gewann gegen Caroline Rieseler, die in verlorener Stellung die Zeit überschritt. Die letzten 3 Partien verliefen dramatisch. Simona Gheng hatte gegen Gulsana Barpieyeva schon in der Eröffnung 2 Springer für Turm und Bauer bekommen, erreichte wohl eine Gewinnstellung, fand aber bei beiderseitig immer weniger Zeit den zugegebenermaßen nicht einfachen Gewinnweg nicht. Katerina Zpevakovas Partie gegen Anna Heymann endete ebenfalls remis, am Ende ging es in beiderseitiger Zeitnot und Nervosität turbulent zu, schlussendlich stand ein Endspiel Turm gegen Läufer auf dem Brett, das theoretisch remis ist, auch hier war für Katerina mehr drin. Den 4-4 Ausgleich zum letzendlich leistungsgerechten Unentschieden besorgte Yana Rempel, die in ihrem Leichtfigurenendspiel die Nerven behielt und gewann, hier gab es umgekehrt Remischancen für ihre Gegnerin Jutta Ries. Yana profitierte insbesondere von ihrer 1,5-stündigen Vorbereitung mit Karina Ambartsumova am Vorabend, als sie sich die Eröffnung, die dann wirklich auch aufs Brett kam, gemeinsam angesehen hatten.

Was war dieses Unentschieden nun wert? Nach ähnlich dramatischem Verlauf endete die Begegnung zwischen Bayern und Nordrhein Westfalen ebenfalls 4-4, die klare Führung der Bayern drehten die Westfälischen Youngsters an Brett 3 und 4, den erneuten Ausgleich für Bayern schaffte Marianne Spiel an Brett 7.

Dies ergab folgenden Endstand: Bei gleichen Mannschaftspunkten und gleicher Buchholz war Bayern 2 Brettpunkte vor Württemberg ins Ziel gekommen, Dritter wurde Hessen ebenso knapp vor Titelverteidiger Nordrhein Westfalen, beide einen Mannschaftspunkt hinter den Spitzenreitern. Trotz des knapp verfehlten Titels ein großer Erfolg für das württembergische Team, das nur von Startplatz 6 aus (ermittelt aus der mittleren DWZ der Spielerinnen) ins Rennen gegangen war.
Thomas Marschner

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