Am 19. Juli 2026 trafen sich im Spiellokal des Gastgebers SK Bebenhausen in der Tübinger Altstadt die Mannschaften des SK Bebenhausen und des Titelverteidigers Heilbronner SV, um den Sieger im diesjährigen Württembergischen Mannschaftspokal (4er-Pokal) zu ermitteln. Beide hatten sich im Halbfinale klar mit jeweils 3.5:0.5 gegen die 2. Mannschaft des Heilbronner SV bzw. gegen den TSV Schönaich durchgesetzt. 
Für den Gastgeber sah es zunächst wenig verheißungsvoll aus. Sie mussten Spitzenspieler Georg Braun ersetzen, der sonst auch im Mannschaftspokal eine Stütze der Mannschaft bildet, sich diesmal aber für das Meisterturnier auf dem Deutschen Schachgipfel in Dresden qualifiziert hatte und am gleichen Tag dort spielte. Zudem strapazierte der an Brett 1 nominierte Emran Hamid gehörig die Nerven seiner Mannschaftskameraden. Er hatte nicht bedacht, dass an diesem Sonntag die Tübinger Altstadt und wichtige Zufahrtsstraßen wegen einer Triathlonveranstaltung gesperrt waren und traf um 10:28 Uhr gerade noch vor Ablauf der Karenzzeit im Spiellokal ein. 
Am Brett lief es dann aber für die Bebenhausener besser. An den mittleren Brettern gewannen Martin Hartmann und Rudi Bräuning ihre Weißpartien gegen Richard Walter bzw. Philipp Huber und brachten den Gastgeber 2:0 in Führung. Heilbronn benötigte nun schon Siege an den beiden restlichen Brettern, um sich bei dann ausgeglichener Berliner Wertung in den Blitzentscheid zu retten. Gunnar Schnepp an Brett 4 erfüllte seine Aufgabe mit Bravour und hielt mit einem Sieg gegen seinen jungen Bebenhausener Kontrahenten Eduard Rau die Heilbronner Mannschaft im Rennen. 
Es kam nun auf das Spiel am Spitzenbrett an. Esat Turker musste mit Weiß für Heilbronn unbedingt gewinnen, Emran Hamid reichte ein Remis. Die Partie begann als königsindischer Angriff und mündete nach zügigem Abtausch aller Leichtfiguren und der Damen in einem materiell ausgeglichenen Turmendspiel mit asymmetrischer Bauernstruktur und Freibauern auf beiden Seiten. Turmendspiele sind ja angeblich immer remis !? Nicht immer. Die Stellung war hochkomplex. Jede Ungenauigkeit konnte die Partie in die eine oder andere Richtung kippen. Beide Kontrahenten spielten aber sehr präzise Züge und nach zähem Kampf und 60 Zügen stand kein für einen Gewinn ausreichendes Material mehr auf dem Brett. Remis nach 4.5 Stunden und Endstand 2.5:1.5 für Bebenhausen.    

Die siegreiche Mannschaft des SK Bebenhausen v. l. n. r.: Eduard Rau, MF Martin Hartmann, Emran Hamid (mit Pokal), Rudolf Bräuning


Herzlichen Glückwunsch an den SK Bebenhausen zum Gewinn des Württembergischen Mannschaftspokals 2026! Wie der Pokalsieger darf auch der Heilbronner SV als unterlegener Finalist den Württembergischen Schachverband im Mannschaftspokal des Deutschen Schachbundes vertreten. Auch dazu herzlichen Glückwunsch und beiden Mannschaften viel Erfolg bei diesem Unterfangen!

Georg Hahn
Mitglied Verbandsspielausschuss