Bei der DSSAM in Würzburg gehen die Titel in der A- und C- Gruppe an Württemberger
Das Doppel-"S" ist kein Tippfehler, es handelt sich um die Deutsche Schnellschach Amateurmeisterschaft und gehört zur DSAM-Familie - alle Details, darunter auch die (Neu) Einteilung der DWZ-Gruppen, also vor und nach der Anhebung, finden sich in der Ausschreibung. Gespielt wurden am Samstag 5 und am Sonntag 4 Runden.
| Gruppe | TWZ (nach Anhebung) | Sieger | Kommentar |
| A | 2101 - 2350 | FM Simon Degenhardt, Heilbronn, Tabelle | 6,5 Punkte: +4, =5, -0 (20 Teilnehmer) |
| B | 1976 - 2100 | FM Thomas Schunk, Leipzig, Tabelle | 8 Punkte! +7 =2 (33 TN) |
| C | 1876 - 1975 | Günter Kamm, Schwaigern, Tabelle | 6,5 Punkte: +5 =3 -1 - vor zwei punktgleichen Spielern (36 TN) |
| D | 1776 - 1875 | Ihar Asmykovich, Elstertal Langenberg, Tabelle | 8 Punkte! +7 =2 (34 TN) |
| E | 1676 - 1775 | Vitus Siegel, Würzburg, Tabelle | 7,5 Punkte +7 =1 -1 (35 TN) |
| F | 1526 - 1675 | Daniel Qian, Regensburg, Tabelle | 7,5 Punkte +7 =1 -1 (28 TN) |
| G | bis 1525 | Adrian Löhser, Tabelle | Wertungsbester von fünf Spielern mit 7 Punkten (56 TN) |
Glückwünsche an Simon und Günter!
In Samarkand holen die Männer sensationell Bronze, für die Frauen läuft es nicht gut, aber immerhin ein Sieg zum Abschluss
Vorweg: Sieger wurde bei nur einer Niederlage gegen Deutschland Usbekistan 1 mit zehn siegen und 20 Punkten, vor Indien und Deutschland beide 18 Punkte. Als erster wusste das Walter Rädler in seinem Newsletter: Deutschland holt Bronze. Der Spiegel schreibt von der ersten Medaille seit 26 Jahren, aber wer sind der Matchwinner?
Die Teamübersicht sieht unspektakulär aus: Vincent, Matthias und Alexander in etwa im Rahmen der Erwartung, Rasmus +11 und Frederik +21. In den ersten beiden Runden waren die Gegner noch schwächer. Für die Mannschaftssiege sorgten in Runde 3 (Usbekistan 2) Vincent, in Runde 4 (Polen) Alexander, in Runde 5 (USA) Frederik, in Runde 6 gegen China verloren zwei Spieler, in Runde 7 und 8 gewannen beide Svane-Brüder, einmal gegen die Türkei und einmal gegen die Goldmedaillengewinner von Usbekistan 1 - da waren zwei Siege nötig, um die Niederlage von Matthias zu egalisieren. In Runde 9 das letztlich vorentscheidende Duell: Alexander hatte an 4 den Weltmeister total überspielt und verlor in komplizierter Stellung - schade. In Runde 10 Frankreich mit etwas Glück 3:1 besiegt. In Runde 11 siegt Matthias gegen van Forest, als er nach dessen "Übersehvariante" taktisch Material gewinnt und technisch sauber verwertet. In der Summe sind das 17 Siege bei vier Niederlagen - so sieht eine geschlossene Teamleistung aus. Glückwunsch!
Die Brettpreise werden nicht nach Punkten, sondern nach Perfomance vergeben, allerdings mit der Bedingung, dass zumindest acht Partien in die Wertung eingehen. An Brett 1 gewinnt Abdusattorov mit 2869 - Vincent wird 5. (2734). Brett 2 geht an Wei Yi vor van Forest, beide 2798, bei einer Partie mehr für den Chinesen - da hat also Matthias Sieg - er wird 5. mit 2685) über den Preis entschieden. An Brett 3 triumphierte Frederik mit 2796! Brett 4 und 5 gehen an Samunenkov (Ukraine) und Dudin (Ungarn). Rasmus kommt auf 2707 aus 7 Partien, was bei 8 Partien Platz 3 an Brett 5 bedeutet hätte. Nach Alexanders unglücklicher Niederlage gegen den Weltmeister kam er nicht mehr zum Einsatz und blieb mit 6 Partien außerhalb der Wertung für Brett 4.
Bei den Frauen gehen die Podiumsplätze an China 20 Punkte, Kasachstan 18 Punkte - beide Teams blieben ungeschlagen und gaben zwei bzw. vier Remis ab. Bronze geht an Indien. Das Deutsche Team war auf 10 gesetzt und lief 11 Plätze hinter der Schweiz auf 29 ein. Da wird auch der heutige 3:1 Sieg nicht darüber hinweg täuschen, dass sie mit diesem Ergebnis nicht zufrieden sein können. Lediglich Elisabeth Paehtz spielte im Bereich der Erwartung, alle anderen lagen leicht bis deutlich darunter. Der Endstand bei Chess-Results.
Timur Turlov ist neuer FIDE-Präsident
In Deutschland wurde Turlov einem größeren Publikum bekannt, als er im April Chessbase übernahm: wahlweise Bericht bei Chessbase, oder kritisch durchleuchtet bei den Bodenseeperlen. Am Samstag konnte im ersten Wahlgang, keiner der drei Kandidaten Turlov, Rosenstein und Büttner die absolute Mehrheit erreichen. In der Stichwahl setzte sich Turlov gegen Rosenstein mit 110 : 95 durch. Mit ihm wurde Viswanathan Anand zum "Deputy President" gewählt. DSB-Präsident Meyer-Dunker hat in einem Statement auf seiner Webseite erklärt, warum der DSB Rosenstein unterstützt hat.
Keine 24 Stunden nach seiner Wahl hat sich Turlov einerseits klar positioniert, dass die FIDE die Entscheidung des Sportgerichtshof CAS (Court of Arbitration for Sport) respektiert werden müsse und der russische Schachverband gesperrt bleibe. Gleichzeitig wurde mit Pavel Kolobkov ein früherer russischer Sportminister zu einem Vizepräsidenten der FIDE gewählt. Auch wenn der CAS vermutlich auch diese Wahl für ungültig erklären wird, hatte das bereits Auswirkungen, indem Malcolm Pein seine Kandidatur für eine Position als Vizepräsident zurück zog. Quelle
Es bleibt also spannend und unübersichtlich.