
Ostfildern-Ruit. „Gibt es einen Kurs zum Thema: wie wird man ein so toller Trainer wie Zigurds Lanka?“ – Die Frage eines Teilnehmers am Fortbildungsseminar für C-Trainer an der Sportschule Ruit (Ostfildern) musste unbeantwortet bleiben. Lanka ist unnachahmlich. Alle Schachspieler waren hellweg begeistert über den Vortrag dieses Großmeisters. Dem Bann des 53-jährigen Letten kann sich offenbar keiner entziehen. Das spürten auch die 19 C-Trainer (siehe Foto), die ihre Lizenz verlängerten. Lankas Demonstration am Demobrett zu den Themen „Muster erkennen“ und „Signalzügetheorie“ war „absolut top, witzig, motivierend, didaktisch hervorragend“, wie es einer der Teilnehmer in der abschließenden Seminarkritik zusammenfasste.
Schachgroßmeister Zigurds Lanka (links) und B-Trainer Nikolaus Sentef (Baden-Baden), beides Referenten beim Fortbildungslehrgang für C-Trainer in Ruit, tauschten nebenbei ihre Erfahrungen aus. Foto: Armin Dorner
Lanka ist bei Weltmeister Michael Tal in die Lehre gegangen. An der Sportschule in Moskau ausgebildet, hat der Weltklassetrainer sein Können und Wissen an Dutzende von Talenten weitergegeben, die es zum Großmeister brachten oder gar in der Weltspitze landeten, wie sein Musterschüler Alexej Schirow. Seit Jahren ist Lanka der Höhepunkt jedes Ausbildungskurses für C-Trainer in Ruit. Ein gutes Dutzend Vereine im württembergischen Schachverband nutzen die Chance und verpflichten den Vielbeschäftigten immer wieder, nicht zuletzt weil seine Vorträge ungemein unterhaltsam sind. Seine anschaulichen Sprachneuschöpfungen - vom „Eselsohr“ über die „Säge“ und den „Doppelagenten“ bis zur „Müllabfuhr“ – faszinieren sein Publikum und machen Schach erlebbar und verständlich.
Hervorstechendes Merkmal der Persönlichkeit Lanka ist seine Bescheidenheit. So erachtete es der Profi als eine Selbstverständlichkeit, das ganze Wochenende an dem Fortbildungsseminar teilzunehmen , lediglich unterbrochen durch ein Training bei den Schachfreunden in Göppingen, das seit langem vereinbart worden war. Kuriosität am Rande: Lanka musste seine vor vier Jahren in Ruit erworbene C-Trainer-Lizenz des SVW ebenfalls verlängern.
In dem von Referent Armin Dorner geleiteten Kurs erfuhren die C-Trainer außerdem aus erster Hand über das Projekt „Schach für kids“ von Ralf Schreiber, dem ehemaligen Breitenschachreferenten des DSB, das in mehr als 600 Bildungseinrichtungen, vor allem Kindergärten, in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg eingesetzt wird. Dazu erhielten sie kostenlos das Übungs- und Lehrerheft, um das Vorhaben, Schach als pädagogisches Hilfsmittel einzusetzen, selbst in die Tat umsetzen zu können.
SVW-Präsident Armin Winkler stand am Abend beim traditionellen Umtrunk den Schachfreunden über die Verbandspolitik Rede und Antwort. Nach einem ausführlichen Gespräch mit Ralf Schreiber in Ruit will er dessen Wunsch nach Unterstützung seines Projekts in Württemberg, im Präsidium zur Diskussion stellen.
FIDE-Schiedsrichter Falco Nogatz und Oberliga-Schiri Steffen Erfle frischten die FIDE-Regeln auf, und brachten sie in Form von Rollenspielen auf ebenso unterhaltsame wie lehrreiche Art an den Mann.
Dr. Egmont Wittenberger und sein Assistent Ge Wang, zwei leidenschaftliche Shogi-Spieler aus Stuttgart, gaben zum Thema „Schach mal anders“ eine praktische Einführung in das japanische Schach, Bernd Hähnle, Ausbildungsreferent im Unterland, versuchte die Übungsleiter für den Einsatz von Software im Schachtraining mithilfe von ChessBase zu gewinnen.
Dr. Heiner Uhlig, Mentor von Zigurds Lanka, stellte die Software Chess Position Trainer (CPT) vor, eine „zukunftsweisende Antwort darauf, wie man mit dem Nachwuchs von heute unter Einsatz moderner Möglichkeiten komplexe Muster am besten üben kann“. Davon ist der erfahrene Trainer der Königskinder Hohentübingen überzeugt. Der CPT ist ein Werkzeug, mit dem Eröffnungen und Taktik trainiert werden können. Es wurde sogleich an den mitgebrachten Laptops ausprobiert.
C-Trainer Armin Schuch gab den Kollegen einige praktische Tipps über Methoden des Schachtrainings. Der Ingersheimer kam damit so gut an, dass er bei der nächsten Fortbildung im Oktober seine kreativen Übungen ausführlicher wird vorstellen können.
Der badische B-Trainer Nikolaus Sentef gab anhand praktischer Übungen Hilfestellung, wie man mit heterogenen Schachgruppen trainiert. Auch diesen Vortrag nahmen die Teilnehmer dankbar an. Am Schluss des Lehrgangs waren alle einig, dass es sich gelohnt habe, ein Wochenende an der Sportschule verbracht zu haben, um sich fortzubilden und etwas mitzunehmen für das Training im Verein. Immerhin waren mehrere Übungsleiter darunter, die ihre Lizenz erstmals vor rund 30 Jahren bei Referent Hanno Dürr erworben hatten, wie zum Beispiel Gustav Döttling, dessen Sohn Fabian zu Großmeisterehren gekommen ist. „Das war eines der schönsten Wochenenden seit langem“, schwärmte gar einer. Und dabei dachte er wahrlich nicht nur an das ausgezeichnete Essen an der Sportschule…. Hieß es zu Beginn noch „Ich muss meine Lizenz verlängern“, wurde daraus in der Schlussbesprechung bei dem einen oder anderen ein Erstaunliches „Ich durfte…“. Referent Armin Dorner sah darin sein Ziel als erreicht an.
Der nächste Fortbildungskurs in Ruit unter der Leitung von Ausbildungsreferent Armin Dorner findet vom 3. bis 5. Oktober statt. Auch dieser Kurs ist bereits bis auf wenige Plätze ausgebucht./p>
Der nächste Lehrgang Neuausbildung C-Trainer, der sich über ein halbes Jahr erstreckt, beginnt in der Woche vom 20. bis 24. Oktober mit der Grundausbildung.
An der Fortbildung für C-Trainer Schach an der Sportschule in Ruit nahm neben 19 weiteren C-Trainern auch Großmeister Zigurds Lanka teil (vorne links). Mit auf dem Bild ist Referent Ralf Schreiber (hinten, rechts), der gerne sein Schachprojekt auch an Württembergs Kindergärten umgesetzt sehen möchte. Foto: Armin Dorner
Der Referent für das Lizenzwesen, Thomas Korn, konnte die Lizenzen folgender C-Trainer verlängern: Renato Bajer, SF Neckartenzlingen, Gustav Döttling, TSV Willsbach, Werner Geldner und Jürgen Kochendörfer, beide SC Crailsheim, Peter Grüner, SV Backnang, Marc Gustain, SF Deizisau, Christian Holschke, SC Neckarsulm, Nhi Lang Huynh, Mönchfelder SV, Frank Jarchov, SV Giengen, Daniel Müller, TG Biberach, Konstantinos Parashidis und Gerald Winkler, beide SF 59 Kornwestheim, Leonhard Rothermel, SK Leutkirch, Waldemar Schlötzer, BG Buchen (Baden), Armin Schuch, SC Ingersheim, Alexander Wanzek, SF Heubach, Armin Winterstein, SV Calw (Baden), Rainer Zajontz, SK Lauffen, Alexander Ziegler, SF Spraitbach und GM Zigurds Lanka (Spielertrainer bei Schott Mainz).
Armin Dorner

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