Ein Beitrag von Minh Cuong Tran Der Deutsche Schachbund stellt sein Auswertungssystem um: Das in die Jahre gekommene DeWIS weicht dem neuen Wertungsportal, und gleichzeitig wird die DWZ einmalig angehoben. Hintergrund ist, dass DWZ und FIDE-Elo in den letzten Jahren auseinandergedriftet sind – nicht zuletzt durch die Elo-Anhebung der FIDE – und im unteren bis mittleren Bereich eine spürbare Deflation entstanden war. Das Ergebnis: zu große Wertungsabstände und verzerrte Gewinnerwartungen. Die Anhebung schiebt die Werte wieder zusammen, sodass DWZ und Elo künftig auf einem ähnlichen Niveau liegen.

Wie sich die Zahl verändert

Die einmalige Umrechnung folgt im Wesentlichen diesen Regeln:

  • DWZ unter 1000: neue DWZ = alte DWZ + 400
  • DWZ zwischen 1000 und 2109: neue DWZ = 0,64 × alte DWZ + 760
  • DWZ ab 2110: bleibt unverändert

Die neue Zahl wird nur dann übernommen, wenn sie höher ist als die alte – niemand verliert also durch die Umstellung Punkte. Zusätzlich gilt künftig eine Mindest-DWZ von 1100.

Schon jetzt auf OpenPairing nachschauen

Die angehobenen Werte lassen sich bereits heute auf OpenPairing einsehen – ganz ohne Login:

  • Spieler: https://openpairing.org/public/players – beliebige Spielerinnen und Spieler nach Namen suchen und die neue DWZ (sowie FIDE-Elo, Schnellschach und Blitz) ansehen.
  • Vereine: https://openpairing.org/public/clubs – Vereine nach Name, PLZ oder Ort durchsuchen, inklusive Durchschnitts-DWZ und Durchschnitts-Elo, sortierbar nach Mitgliederzahl oder Spielstärke.

Auch in Zukunft lassen sich die jeweils aktuellen Zahlen bequem über diese Seiten abrufen.

Wichtig zu wissen: Die DWZ ist eingefroren

Mit der Umstellung hat der DSB die DWZ vorübergehend eingefroren. Maßgeblich ist der Stichtag, zu dem die Werte angehoben wurden; bis das neue Wertungsportal vollständig in Betrieb ist, werden keine neuen DWZ-Aktualisierungen veröffentlicht.

Für die Anzeige auf OpenPairing bedeutet das:

  • Die neuesten Auswertungen – also Turniere, die nach dem Stichtag gespielt bzw. eingereicht wurden – sind noch nicht enthalten. Die gespielten Partien gehen aber nicht verloren und werden nachträglich berücksichtigt, sobald das neue Portal die Auswertung übernimmt.
  • Auch ein zwischenzeitlicher Vereinswechsel kann noch nicht abgebildet sein, da die zugrunde liegenden Daten während der Einfrierphase nicht fortgeschrieben werden.

Sobald die Auswertungen wieder freigegeben sind, fließen die fehlenden Ergebnisse und Änderungen automatisch ein – und die Zahlen auf OpenPairing sind wieder tagesaktuell.