... aber wie schafft man es, den erst dritten Deutschen*, der es in ein Kandidatenturnier geschafft hat, zu einem Simultan zu bewegen?

großer Andrang - auch von Kiebitzen - in der Aula des Georgii Gymnasiums

David Blank vom SK Freibauer Esslingen meinte "Wir haben einfach gefragt und Glück gehabt, dass er mit Esslingen viel Positives verbindet und mal wieder ins normale Vereinsleben abtauchen wollte. Zudem haben wir ihm Flexibilität beim Termin zugestanden - sonst wäre das wohl schwierig geworden." Es folgt sein Bericht, leicht gekürzt sowie alle Fotos: © SK Freibauer Esslingen e.V
In eigener Sache: Vereinsevents schaffen es normalerweise nicht auf die Homepage, aber bei einem Kandidatentutrnierteilnehmer kann man auch mal fünfe gerade sein lassen.

Star zum Anfassen

Sympathisch, geduldig und stets gut gelaunt beantwortete Matthias Blübaum alle Fragen der Teilnehmer – bis hin zur Farbwahl, so dass er an der Hälfte der Bretter mit Schwarz spielte. Zufällig stellte sich heraus, dass seine Lieblingsfarbe "Blau" ist. An so einem Detail zeigt sich, wie nahbar sich der Großmeister dem Esslinger Publikum präsentierte. 

offensichtlich hat es Matthias Blübaum auch Spaß gemacht

Ein Marathon am Schachbrett

Seine Gegner waren in vielerlei Hinsicht bunt gemischt: zwischen 8 und 77 Jahre alt, vom Nachwuchstalent bis zum Oberligaspieler. Dass an den Brettern hart gekämpft wurde, zeigte die Dauer des Turniers von fast sechs Stunden. Selbst als der Großmeister feststellen musste, dass er seinen Zug verpasst hatte und die Rückreise nach Bielefeld schwierig werden würde, schlug er Remis-Angebote aus. Ihm war es wichtig, jede Partie sportlich auszukämpfen. Er nahm sich sogar die Zeit für Analysen direkt am Brett sowie für zahlreiche Autogrammwünsche.
Nur gegen Dietmar Kessler (Oberligaspieler vom SV Ebersbach) hatte er das Nachsehen, sieben Spieler erkämpften sich ein Remis, darunter mit Max Siepmann, Gerd Engels, Filip Kamenov und Ralf Spierling auch vier Spieler vom ausrichtenden Verein Freibauer Esslingen. Somit standen hervorragende 35,5 Punkte für Matthias Blübaum zu Buche.

wenn Königsindischer Angriff auf Französisch trifft: Dietmar Kessler vom SV Ebersbach, Elo 2229 gewinnt als einziger seine Partie 

Prominente Gäste und ehrendes Gedenken

Esslingens Oberbürgermeister Matthias Klopfer eröffnete das Turnier mit einer pointierten Rede. Er bemerkte schmunzelnd, dass Blübaums Online-Nickname „KeinSehrStarkerSpieler“ angesichts zweier Europameistertitel wohl das Understatement des Jahres sei. Der Oberbürgermeister ließ es sich nicht nehmen, persönlich den ersten Zug auszuführen. Auch der Schachverband Württemberg unterstrich die Bedeutung des Events durch die Anwesenheit seines Ehrenpräsidenten Armin Winkler.

Oberbürgermeister Matthias Klopfer führt den ersten Zug aus - auch wenn das d4 nach 1. c4 Sf6 eher wie sein zweiter Zug wirkt

Der Hintergrund der Veranstaltung war jedoch ein ernster: Das Turnier fand im Gedenken an den viel zu früh verstorbenen Vereinsgründer Martin Scholl statt. Um ihm zu gedenken, war es dem Verein wichtig, etwas Besonderes auf die Beine zu stellen. Und das ist den Esslingern hiermit auch gelungen!

Zum vollständigen Bericht beim SK Freibauer Esslingen
Fotogalerie
Außerdem berichtet die Esslinger Zeitung in ihrer Mittwochausgabe über die Veranstaltung.
*Grübler, die fragen, welcher Deutsche es außer GM Hübner noch ins KT geschafft hat: es gab Deutschland doppelt und aus dem anderen gelang das GM Uhlmann.