Ernsthaft: es gibt da Querverbindungen: z.B. waren Hanna Marie Klek und Angelika Valkova in Georgien und konnten weder für Württemberg spielen, noch Team, Unterkunft wie in den Vorjahren organisieren. Damit nicht zu viele Frauen nach Braunfels kommen, bzw. auch andere Teams nicht in voller Stärke antreten können, läuft von 01,-11. Juni in Acqui Terme parallel noch die ECU Seniorenweltmeisterschaft.

Aber wir haben ja Wonder Woman: eben war sie noch in Willingen und hat an die SF Karlsruhe, den Preis "Frauenschachverein des Jahres" übergeben, dort geschiedst, ist eingesprungen, um nebenher ein Württemberg-Team zu organisieren, in Braunfels natürlich wieder schiedsen, fotografieren, informieren und nebenher ausländischer Titelträgerinnen anwerben, damit die Internationale Offene Deutsche Frauenmeisterschaft im August in Ruit normenfähig sein wird. 

Doch nun zum eigentlichen Geschehen in Braunfels mit der Württemberg-Brille: 

  • Alle Partien gibt es z.B. hier - die Tabelle und alle Einzelergebnisse bei Chess-Results.
  • in Runde 1 war Bayern einfach zu stark. Nahezu an allen Brettern deutlich überlegen und so sah mit 6,5:1,5 auch das Ergebnis aus - lediglich Tiffany Tu konnte gewinnen, Olivia Lukas steuerte ein Remis bei
  • Freitag Vormittag gegen Thüringen war echt bitter: die ersten beiden Partien, die zu Ende gingen hätten eigentlich zu unseren Gunsten sein müssen, wurden aber beide verloren. Die Kolleginnen konnten das nicht egalisieren und statt 5:3 für Württemberg ging es 5:3 für Thüringen aus.
  • in der Nachmittagsrunde kam der direkte Vergleich gegen Baden: Brett 1, 7, und 8 konnten gewinnen, 4, 5 und 6 steuerten ein Remis bei, während Baden an 2 und 3 gewinnen konnte, so dass es denkbar knapp 4,5:3,5 ausging
  • am Samstag gab es ein Remis gegen Schleswig Holstein mit je zwei Siegen, zwei Niederlagen und vier Remis - siehe Bilder - und abends Pizza für das ganze Team!
  • zum Abschluss geht es gegen Sachsen um Anchorfrau Dr. Anita Just, vielleicht geht da noch was?
  • zur Tabelle: in Runde 3 verlor Serienmeister NRW gestern gegen Sachsen-Anhalt - in Runde 4 fertigten sie Bayern mit 7,5:0,5 ab; trotzdem sind die Bayern Dritte und NRW liegt auf Platz zwei.
  • und noch mal zu Batumi: die Frauen machten es wie die Männer: sensationell gewann mit Anastasiia Hnatyshyneine eine junge - erst 15-jährige - Ukrainerin, die 9 von 11 möglichen Punkten holte und nebenher 214 Elo und den WGM-Titel gewann sowie eine Performance von über 2500 Elo  und damit eine IM-Norm erzielte! Platz 2 bis 4 erzielten 8,5 Punkte und gingen an Salimova, (BG), Badelka (jetzt AT) und Vega Gutierrez (ES) - Dinara Wagner kam auf gute 7,5 Punkte und Platz 12, was wegen ein paar Buchholzpunkten für den Weltcup knapp nicht gereicht hat. Detaillierter Bericht
links Britta Leib, Brett 8, Schleswig-Holstein; rechts Olivia Lukas (8.), Audrey Tu (7.) ist nicht am Brett, Maria-Johanna Dohon (6.), Leefke Giselbrecht (5.)
Tetyana Kostak (Brett 1), Galina Timofeeva (2), Jaqueline Kobald (3.) wird von Inken Köhler verdeckt
Maria-Johanna Dohon (6.), Tiffany Tu (7.)

Ergänzung vom 08.06.26 von (mw)

„Mehr war einfach nicht drin.“ So lautet das Fazit von SVW-Frauenschachreferentin Nadja Jussupow nach der Deutschen Frauen-Mannschaftsmeisterschaft der Länder, kurz DFMM-LV. Württemberg landete in Braunfels auf Rang elf, dem vorletzten Platz. „Die Mädchen und Frauen haben alle ihr Bestes gegeben“, sagt Jussupow, „aber wir dürfen nicht vergessen, dass unsere Topspielerin Hanna Marie Klek bei der Frauen-EM in Batumi gebunden war, auch andere Spielerinnen fehlten - und wir sogar mit zwei Elfjährigen gespielt haben, die natürlich auf diesem Niveau noch nicht so performen können wie sicherlich in einigen Jahren.“
Gemeint waren Tiffany Tu und Olivia Lukas. Beide holten aber bemerkenswerte zwei und drei Punkte. Olivia Lukas kam sogar auf Platz drei bei der Wertung an Brett acht. Die 13-jährige Audrey Tu erreichte ebenfalls drei aus fünf und schaffte Rang vier bei der Wertung an Brett sieben. Jussupow, die auch Turnierleiterin und Hauptschiedsrichterin war, empfand das Turnier zwar als sehr bereichernd – aber auch als Bestätigung dafür, dass es in Zukunft deutschlandweit mehr normenfähige Frauenturniere geben müsse. So wie ab dem 17. August in Württemberg. Da findet in Ruit die Internationale Offene Deutsche Frauen-Einzelmeisterschaft statt, die nach jetzigem Meldungsstand von WGM Ilze Berzina und weiteren fünf Titelträgerinnen angeführt wird. „In Braunfels haben wieder viele Frauen beklagt, dass sie ab der U18 in ein Loch fallen“, so Jussupow, „es gibt kaum noch Turniere, bei denen sie Titel wie WFM und WIM holen können, weil das bei offenen Turnieren unter lauter Männern kaum möglich ist. Diese Titel sind aber wichtig für ihr Selbstbewusstsein und die Weiterentwicklung der Spielerinnen.“ Hier müsse und wolle sie dringend ansetzen, auch in ihrer Funktion als DSB-Frauenschachreferentin.  
Das Turnier in Braunfels gewann Sachsen-Anhalt, das nichts dem Zufall überließ. In diesem Jahr führten die beiden lettischen WGM Laura Rogule und Ilze Berzina von der SG 1871 Löberitz das Team an. Sechs (!) ihrer Spielerinnen sicherten sich Platz 1 oder 2 in der Brettrangliste. Aber gelohnt hat sich Anreise allemal für alle. Auch die württembergischen Akteurinnen hätten viel Spaß gehabt. „Es war wieder ein großes Familienfest des Frauenschachs“, schwärmte Nadja Jussupow, „eine besondere, richtig schöne Atmosphäre in Braunfels mit einem bunten Mix aus Jung und Alt.“ (mw) 

Das Team Württemberg mit (v.l.) Lukas, Tu, Tu, Timofeeva, Kostak, Dohon, Kobald und Giselbrecht - Ausschnitt aus dem Bild, das dem DSB-Bericht entnommen wurde.

Die folgenden Bilder wurden dankenswerter Weise von Frau Lukas zur Verfügung gestellt:

Team Württemberg vor dem Haupteingang
weitere Bilder aus Runde 4: Brett 1: Köhler - Kostak (W), 2 Tomofeeva (W) - L. Kopylov
Brett 4: A. Tu (W) - D. Kopylov, 5: Freter -Giselbrecht (W), 6: Dohon (W) - Krumbke, 7: Levchenko - A. Tu (W), 8: Lukas (W) - Leib
gleich geht es los
alle acht Bretter
die ersten Züge sind gemacht ...
der Turniersaal: Blick auf die Paarungen der Reihen 1 bis 4, zwei Reihen folgen noch 


Die Kreuztabelle - nach fünf Runden

Rg. Mannschaft 1.Rd 2.Rd 3.Rd 4.Rd 5.Rd  Wtg1   Wtg2   Wtg3 
1 Sachsen-Anhalt 5w4½ 4b4½ 2w5½ 3b7½ 8w5½ 10 30 27,5
2 NRW 9b4½ 6w6½ 1b2½ 7w5½ 4b4 7 29 23
3 Bayern 11w6½ 10b5½ 4w4 1w½ 7b6 7 27 22,5
4 Hessen 12b7 1w3½ 3b4 5b5 2w4 6 30 23,5
5 Sachsen 1b3½ 12w7 6b5 4w3 11w5½ 6 24 24
6 Schleswig-Holstein 8w4½ 2b1½ 5w3 11b4 9b5 5 24 18
7 Thüringen 10b3½ 11w5 9b5½ 2b2½ 3w2 4 25 18,5
8 Niedersachsen 6b3½ 9w2½ 12b5½ 10w4½ 1b2½ 4 23 18,5
9 Hamburg 2w3½ 8b5½ 7w2½ 12b4½ 6w3 4 20 19
10 Baden 7w4½ 3w2½ 11b3½ 8b3½ 12w5 4 18 19
11 Württemberg 3b1½ 7b3 10w4½ 6w4 5b2½ 3 26 15,5
12 Rheinland-Pfalz 4w1 5b1 8w2½ 9w3½ 10b3 0 24 11