Vorbild Württemberg: „Niedrigschwellige Angebote für Frauen schaffen.“
Am 13. Juni werden bei fünf Turnieren die Frauen-Bezirksmeisterschaften wiederbelebt – und die Spielerinnen aus Baden sind auch eingeladen.
Nadja Jussupow möchte die Frauen-Bezirksmeisterschaften wiederbeleben - bundesweit. Man könnte auch sagen: Am Württembergischen Wesen soll der DSB genesen. „Denn leider sind diese Turniere fast überall ausgestorben“, so die Frauenschach-Referentin des SVW und des Deutschen Schachbundes. Auch in Württemberg, wo Jussupow aber intensiv um Wiederbelebung geworben hat. „Ich habe mutige Vereine als Ausrichter gefunden – und das freut mich.“ Denn für sie sind diese Turniere ein ganz zentrales Element bei der Förderung des Frauenschachs. Hier müsse das Fernziel laut Jussupow sein, in allen Landesverbänden Bezirksmeisterschaften zu veranstalten, „um wieder eine echte Turnier-Pyramide zu haben“, wie sie sagt. „Es ist zudem ganz wichtig, noch mehr dieser niedrigschwelligen Angebote im Frauenschach zu schaffen, um wieder mehr Frauen anzulocken“, sagt Jussupow. Diesen Wettkampfbetrieb auf Bezirksebene würden derzeit nur sehr wenige Landesverbände anbieten. Unter anderem jetzt der Schachverband Württemberg mit fünf Auflagen (an drei Orten) am 13. Juni.
Die Bezirksmeisterschaft Ostalb - Parler Gymnasium, Haußmannstraße 34, 73525 Schwäbisch Gmünd.
Die Bezirksmeisterschaften Oberschwaben und Neckar-Fils in einem gemeinsamen Turnier. Alte Schule 1. OG, Kirchstr. 3, 88281 Schlier.
Die Schachbezirke Unterland und Stuttgart küren ihre Meisterinnen in der Gartenstraße 43, 71691 Freiberg am Neckar.
Die fünf Runden starten jeweils um 10 Uhr (die ersten drei Runden mit 15 Minuten Bedenkzeit, die dritte und vierte mit 45 Minuten), um Voranmeldung wird gebeten bei
„Es gibt im gesamten DSB-Bereich viel zu wenig dieser regionalen Meisterschaften für Frauen, weil mancherorts das Frauenschach regelrecht verkümmert“, sagt Jussupow. Ihr Traum sei es, überall diese Bezirksmeisterschaften auszurichten, um dann auf Landes- und Bundesebene weiter zu machen: „Man qualifiziert sich Stufe für Stufe – dann ist das auch ein richtiger Wettbewerb und die Titel haben einen Wert“, sagt sie.
Auf Bezirksebene könnten auch spielschwächere Frauen antreten. Jussupow: „Es muss kurze Wege geben und die Chance da sein, dass Frauen ohne Turniererfahrung auch mal reinschnuppern.“ Da es im Moment im Landesverband Baden keine Frauenschach-Referentin und auch keine Bezirksmeisterschaften gibt, hat sie die SVW-Bezirksmeisterschaft auch für Frauen aus Baden geöffnet: „Sie können alle unkompliziert mitspielen und schon einmal ein Gefühl für die Spielerinnen in Württemberg bekommen.“ Mit Blick auf die angestrebte Fusion beider Landesverbände 2027.
Um hier Anreize zu schaffen, hat sie diesen Punkt auch als Kriterium bei der Wahl zum Frauenschachverein des Jahres aufgenommen. Heißt: Wenn Spielerinnen des Vereins, der sich bewirbt, an Bezirksmeisterschaften teilnehmen, steigen die Siegchancen auf den Titel. Den haben 2025 die Karlsruher Schachfreunde errungen. (mw)