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Qualifizierte Ausbildungen im Schachsport

Geschrieben von Holger Schröck Montag, 7. Juli 2008

lautete das Thema beim Führungsseminar des Schachverband Württemberg am 27.+28. Juni 2008 in der Sportschule Ruit. Gekommen waren 14 Schachfreunde, um sich aktuell zu informieren und die wesentlichen Handlungsfelder für SVW und seine Vereine zu definieren, sowie die gewünschten Fähigkeiten der handelnden Personen zu bestimmen. Eben diese sollen im Mittelpunkt der Qualifizierung von Trainern und Betreuern im Schach-Leistungssport wie im –Breitensport stehen.

Schach lehren und lernen hätte man als Haupt-Handlungsfeld erwartet. Die Teilnehmer sahen jedoch einen lebendigen Spielabend zu gestalten als zentrale Aufgabe im Schachverein. Verbunden damit wurde zielgerichtete Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen, und als Zukunftssicherung dann natürlich kontinuierliche Angebote für Jugendliche, Schüler und Kinder gesehen.
Logische Ergänzung waren die Erläuterungen zur Ausbildung von Turnierleitern, Regionalen und Nationalen Schiedsrichtern durch den Schiedsrichter-Obmann des SVW, Klaus Bornschein.

Höhepunkt am 2.Tag war der Vortrag des SVW-Referenten für Leistungssport, Ulrich Haag, zu Training und Coaching im Schach-Leistungssport. Im Verlauf einer mehrjährigen Leistungsentwicklung verändert sich die Rollenverteilung zwischen Schach-‚Athlet’ und Trainer, der mit wachsender Selbstständigkeit eines jungen Meisters in die Rolle eines Coaches mutiert, wobei der organisatorischen und mentalen Vorbereitung erhöhte Bedeutung zuwächst.

Neben diesen Schwerpunkten der Diskussion kamen Informationen zur Lizenz-Ordnung, Lizenz-Stufen und Vorstufen entsprechend den neuen Rahmenrichtlinien zur Ausbildung im DSB und WLSB, sowie die Angebote der Deutschen Schachjugend, des WLSB/WSJ und freier Anbieter (Schachschulen, Chesstigers-University, Chessbase&FRITZ – einführendes Referat von Reinhard Schluricke) nicht zu kurz, sie erfordern aber noch Eigeninitiative mit den umfangreichen Seminarunterlagen.

Die Teilnehmer: Rosemarie Bornschein, Klaus Bornschein (beide Stuttgart), Florian Eyer (Bad Friedrichshall), Ulrich Haag (Backnang), Ralf Hapke (Albstadt), Frank Jarchov (Giengen), Dietfried Koelle (Schwaigern), Frank Oberndörfer (Ravensburg), Reinhard Schluricke (Blaustein), Dirk Schmidt (Ravensburg), Heiko Schmidt (LE-Stetten/F.), Dr. Heinrich Uhlig (Ammerbuch), Michael-Manfred Schumacher (Filderstadt), Egmond Wittenberger (Stuttgart).

Ergänzend zitieren wir die Aussagen einzelner Teilnehmer:

Rosemarie Bornschein:

Ich erlebte interessante Vorträge, v.a. weil Ausbildung für mich ein bisher unbekanntes Gebiet war. Das Zuhören war harte Arbeit, aber es hat sich gelohnt. Im Seminar herrschte eine tolle Stimmung; mir gefiel das lockere und doch intensive Zusammenwirken bei den Gruppenarbeiten, wobei man das Thema selbst auswählen konnte.

Dr. Heinrich Uhlig:

Das breit gespannte Programm hat mich angesprochen, aber ich dachte, schau ‚mal’, was geboten wird. Dann ergaben sich doch diverse konkrete Ideen, was man besser machen könnte. Interessant war für mich, welch unterschiedliche Erkenntnisse aus unterschiedlichen Situationserfahrungen auf den Tisch kamen, wozu die gelungene Moderation anregte. Das macht Lust auf mehr – und wenige Tage danach ergab sich aus dem Teilnehmerkreis ein neuer Kontakt zu Schulschach-AG’s. Schachangebote professionell strukturieren, aufeinander abstimmen und vermarkten – vom Schulschach bis zum Leistungssport in den D-Kadern – das wäre für mich das erstrebenswerte Ziel.

Heiko Schmidt:

Das Führungsseminar war gut strukturiert und organisiert, u.a. dank der Arbeitsunterlagen, die ein Nacharbeiten ermöglichen. Bei den Grppenarbeiten schätzte ich, die Gesichtspunkte von anderen Teilnehmern aus anderen Vereinen / Schachkreisen kennen zu lernen, welche im persönlichen Gespräch vertieft werden konnten. Das hat mir neue Impulse vermittelt, u.a. die Trainingsangebote mit Großmeister Lanka in Tübingen. Besonders imponierte mir der Vortrag von U.Haag zu Coaching, weil der Praxisbezug am Beispiel von Arik Braun überzeugte.

Hanno Dürr
Stuttgart, den 5.6.2008