Bezirkskarte
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- 10. Steinhaldenfelder Open
Dreizüger
| Inhalt |
|---|
| Aufgaben |
| Lösungen |
Fritz Giegold
Der überraschende Schlüssel 1.Sc6! lässt den
zunächst doppelt gedeckten Turm plötzlich im Regen stehen. Immerhin
droht jetzt 2.Sd8+ Kf6 3.Df7#. Doch nach Kxd5 scheint
der schwarze Monarch zu entwischen. Wirklich? 2.Df7+ Kxc6 3.Db7 und
die Dame kehrt im Mattzug zurück. Auch nach 2.- Ke4 3.Df3# geht
dem König schnell die Luft aus.
Otto Würzburg
Natürlich muss der Bauer umgewandelt werden. Aber Vorsicht: 1.a8D? Kf1!
2.Dxe4 setzt patt!
Deshalb zurückhaltender 1.a8L! Kf1 2.Lxe4 Ke2 3.Ld3# sowie 1.-
e3 2.Lg2 exf2 3.Te5# und wir sehen zwei Idealmatts (alle weißen
Figuren, also auch König und Bauern, sind am Mattbild beteiligt und
hindern den schwarzen König am Betreten der Fluchtfelder aus jeweils
einem einzigen Grund - klingt ziemlich akademisch, ich weiß).
Alois Johandl
Hier herrscht beiderseitiger Zugzwang. Die Springerzüge des Schwarzen
beantwortet Weiß mit 2.Sc2# bzw. 2.S4f5# (sogenanntes Satzspiel).
Allerdings besteht keine Möglichkeit, die Zugpflicht unter Beibehaltung
dieser Mattbilder abzuwälzen (z.B. 1.La6? Sc4!).
Deshalb wird das komplette Mattschema geändert und das Mattfeld c2 gegen
b5 ausgewechselt: 1.Lb4! Kxd4 2.Kf4 mit erneutem Zugzwang: 2.- Sa~
/ Sh~ 3.Sb5 / Sf5#. Mit dem Mattfeld wird das ganze Stellungssystem
verlagert, dieser Mechanismus wird deshalb Systemverlagerung genannt.
Dr. Ado Kraemer
Sofort 1.Da1? scheitert an 1.- Sd1!, da der Weg nach h8 versperrt ist. Wie
wird man den (zunächst) nutzlosen Läufer los?
Nur durch den unglaublichen Schlüssel 1.Lh8!, der Zugzwang
auslöst. 1.- Lxh8 2.Da1 (droht 3.Dh1#) Sd1 3.Dxh8#. Der
weiße Läufer bahnt durch sein Opfer auf dem Zielfeld den Weg, im
Fachjargon kurz Zielbahnung genannt.
Weitere Varianten:
1.- Ld2 / Le1 2.Ld4 3.Ta7#
1.- Ld4 / Le5 / Lf6 / Lg7 2.LxL Sb~ 3.Dg2#
Samuel Loyd
1.Ke2! (droht 2.Txf2+ / Tf3+ / Tf7+ / Tf8+ / Ke3 nebst Matt) scheint
reiner Selbstmord zu sein, doch erstaunlicherweise ist es schnell vorbei mit
den Schachgeboten von Schwarz: 1.- f1D+ 2.Ke3 Unbeirrt strebt der
König in die Mitte 1.- Dd3+ / De1+ (D,Te2+) / D,Lf4+ / Df3+ / Dg1+
(D,Lf2+) 3.Lxd3 / L(x)e2 / Txf4 / Txf3 / T(x)f2#
Weitere Varianten mit zumindest eindeutigen zweiten weißen Zügen:
1.- f1S+ 2.Tf2+; 1.- f1L+ / Sc1+ / Td8 2.Ke3; 1.- Sxb4 2.Ld3+; 1.- Te7
2.Tf7+; 1.- Kxe4 2.Ld3+ Kd4 3.Tf4#; 1.- Kd4 2.Tf4+ e5 3.Sxg3#
Eine berühmte, häufig schon für unlösbar gehaltene
Aufgabe, der Loyd - in Anspielung auf eine von Weltmeister Steinitz
hartnäckig verfochtene Variante des angenommenen Königsgambits
(1.e4 e5 2.f4 exf4 3.Sc3 Sc6 4.d4? Dh4+! 5.Ke2 d5!) - das Motto
"Steinitz-Gambit" gab.

